Samstag, 12. Oktober 2013

Sysrq-Magic-Keys des Linux-Kernels

In der Oktober/November 2013 Ausgabe der "Linux-Welt" Zeitschrift bin ich über einen netten und hilfreichen Artikel gestoßen.

"Linux läuft bekannt stabil. Aber wie bei jedem System gibt es Pannen und Benutzerfehler, die scheinbar den harten Reset über die Stromtaste erfordern. Sanfter und mit geringerem Risiko eines Datenverlustes arbeiten die Kernel-Hotkeys."
          Linux-Welt: 5-6/2013 Seite 24 f

Diese Notfalls-Hotkeys nennen sich die "Sysrq-Hotkeys" und bestehen aus drei gedrückten Tasten. Immer mit dabei ist die "Alt-Taste" und die "Druck-Taste".

Die "Druck-Taste" trägt auf vielen Tastaturen auch die Bezeichnung "S-Abf" - englisch "SysRq" - also "Systemabfrage" oder "System Request".

Die Hot-Keys sind nicht überall standardmäßig aktiviert. Das dauerhafte Aktivieren der Hot-Keys erledigt man so:

Terminal

sudo gedit /etc/sysctl.conf

Die Datei mit dem Eintrag "kernel.sysrq" suchen und den Wert auf "1" setzen. Also:

kernel.sysrq = 1

Datei speichern!

Ab dem nächsten Systemstart arbeiten die Hot-Keys dauerhaft.

Bei openSUSE gehts noch einfacher:

Aufruf von Yast - System - Kernel-Einstellungen und "SysRq-Tasten" aktivieren.



Eine Auflistung der möglichen Hot-Keys-Vartianten finden man hier .
(Wobei bitte die Taste "SysRQ" als die "Druck-Taste" zu verstehen ist)

Bei mir klappt diese Funktion des Linux-Kernels wunderbar, und konnte so mein System schon mal schonend herunterfahren.
Weiters muss ich zugeben, dass ich bis dato noch nichts von diesen Tasten-Kominationen gehört habe.

Fazit: Es lohnt sich doch Linux-Zeitschriften zu kaufen!

Roman.

Kommentare:

  1. Genial. Das wusste ich auch noch nicht. Mir hat es Alt + Druck + b angetan. In jedem Fall besser als Strg + Alt + F2 -> als Nutzer einloggen, zu Root werden und dann mit reboot neu starten. Danke für die Info!

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  2. Anders als unter Debian, ist die unter Fedora nicht so einfach. In der geöffneten Datei steht lediglich

    # System default settings live in /usr/lib/sysctl.d/00-system.conf.
    # To override those settings, enter new settings here, or in an /etc/sysctl.d/.conf file
    #
    # For more information, see sysctl.conf(5) and sysctl.d(5).

    In vorbezeichneter /usr/lib/sysctl.d/00-system.conf steht wiederum nur

    # Kernel sysctl configuration file
    #
    # For binary values, 0 is disabled, 1 is enabled. See sysctl(8) and
    # sysctl.conf(5) for more details.

    # Disable netfilter on bridges.
    net.bridge.bridge-nf-call-ip6tables = 0
    net.bridge.bridge-nf-call-iptables = 0
    net.bridge.bridge-nf-call-arptables = 0

    Es gibt da noch die Datei /lib/sysctl.d/50-default.conf. Darin existiert u. a. der Eintrag:

    kernel.sysrq = 16

    Aber ob es sich dabei um den von Dir beschriebenen Eintrag handelt oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Davon lasse ich lieber die Finger.

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  3. Hallo Didi!
    Da wir auch über Twitter in Kontakt stehen, weiß ich natürlich bereits das du es mit Fedora auch schon hinbekommen hast. Deshalb dient dieser Eintrag nur zur besseren Übersicht:
    Also, wie man die "SysRq-Magic-Keys" ünter Fedora zum laufen bringt findet man in Didis Blog!

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  4. Danke für die Erwähnung, Roman.

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